Die Döllnitzbahn zwischen Oschatz und Mügeln ist vorerst
gerettet. Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok teilte am
Donnerstag mit, die Finanzierung sei bis Ende des Jahres 2012
gesichert. Darauf hätten sich bei einem Spitzengespräch am
Mittwochabend das Ministerium, der Bürgermeister der Stadt
Mügeln, Volkmar Winkler, sowie die Landräte Gerhard Gey
(Landkreis Leipzig) und Michael Czupalla (Landkreis
Nordsachsen) geeinigt. Danach würde die Döllnitzbahn in ein
Konzept eingebunden, das die Finanzierung aller
Schmalspurbahnen in Sachsen neu regelt.
Land beteiligt sich mit 270.000 Euro.
Wie ein Sprecher des Ministeriums dem MDR sagte, wird sich das
Land in diesem Jahr mit 70.000 und im kommenden Jahr mit
200.000 Euro beteiligen. Wie hoch der Gesamtbedarf und die
Aufteilung der Kosten auf die anderen Beteiligten sind, wollte der
Sprecher nicht sagen. Darüber sei vorerst Stillschweigen
vereinbart worden. Anfang Mai hieß es, dass allein in diesem
Jahr 250.000 Euro fehlen.
Dem am Mittwoch beschlossenen Vorschlag müssen jetzt noch
die entsprechenden Gremien wie beispielsweise der
Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL)
zustimmen. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, in einer
schwierigen Sondersituation einen Kompromiss für diesen
Einzelfall zu finden", sagte Morlok. "Nun haben wir Zeit, die
Döllnitzbahn ab 2013 in ein Konzept zur Neuregelung der
Finanzierung der Schmalspurbahnen einzubinden."
Nach der Abbestellung des arbeitstäglichen Schülerverkehrs zwischen Mügeln und Oschatz durch den ZVNL ab dem 8. Juli 2011 ist die Existenz der Schmalspurbahn besiegelt.
13 Arbeitsplätze gehen in dieser strukturschwachen Region verloren. Aber auch die Eisenbahn-Infrastruktur der Strecke wird verfallen, denn der Förderverein "Wilder Robert" ist allein nicht in der Lage, diese aufrecht zu erhalten. Auch die in der letzten Zeit immer gut besetzten, dampfgeführten Traditionszüge werden nicht mehr fahren, da am 24. Mai 2011 die Kesselfrist der einzigen betriebsfähigen Dampflok 99-574 abläuft.
Dies alles ist ein schwerer Schlag nicht nur für den Förderverein, sondern auch für die benachbarten Städte und Gemeinden. Das bisher recht erfolgreiche touristische Konzept für die Vermarktung der strukturschwachen Region basierte unter anderem auf den regelmäßigen Dampfzügen der Döllnitzbahn als Alleinstellungsmerkmal.
Wir als Döllnitzbahn und Förderverein "Wilder Robert" fordern von den Kommunal- und Landespolitikern, eine finanziell tragfähige und nachhaltige Lösung für unsere Schmalspurbahn zu finden. Die Zeit drängt!